Gönnen Sie sich Misserfolge

12. April 2012

Frisch für Sie aufbereitet!

„Gestern ist hab ich meine neue Geschäftsidee endgültig aufgegeben. Die Idee war super, aber leider hat’s nicht geklappt. Also hab ich mich erst mal zum Essen eingeladen und richtig gefeiert – weil ich’s trotzdem probiert hab!“ Haben Sie schon einmal jemanden so reden hören? Wahrscheinlich nicht.

Scheitern wird in unserer Gesellschaft in der Regel als etwas Schlechtes angesehen – kein Grund zum Feiern, schließlich hast du versagt! Doch wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Dieses alte Sprichwort zeigt bereits, dass Gewinnen unumgänglich mit dem Wagnis verbunden ist. Die Chancen, dass es schief geht, sind also gar nicht so gering. Trotzdem wird bei uns nur der Sieger gefeiert, nicht der, der an seiner genialen Idee gescheitert ist. Warum bloß? Thomas Edison hat die Glühbirne ja auch nicht beim ersten Mal zustande gebracht. Die Folge ist leider, dass viele gute Ideen versanden – man könnte ja scheitern!

Einen anderen Weg geht hier die indische Industriegruppe Tata, berichtete The Sunday Times. Tata belohnt mit ihrem „Dare to try“-Award nicht die Sieger, sondern die an ihrer guten Idee Gescheiterten. So kommen völlig neue, unkonventionelle Ideen zustande. Aufkeimende Kreativität wird schließlich nicht mit dem Satz „Daraus wird doch eh nichts!“ abgewürgt. Dieser Blickwinkel hat noch einen weiteren positiven Nebeneffekt: Wir trauen uns, uns größere Ziele zu stecken. Über den Tellerrand hinauszusehen. Mit den Gedanken zu spielen, was alles „eventuell möglich wäre“. Schließlich wäre es nicht so schlimm, wenn es dann doch nicht klappen würde.

Schnappen Sie sich also ein Projekt, das Sie im Grunde wahnsinnig lockt, bei dem Sie aber nicht genau wissen, ob es ein Erfolg wird. „Schaff ich das wirklich? Bin ich gut genug dafür? Was für eine Blamage, wenn es schiefgeht…“ Schieben Sie diese Gedanken beiseite und machen Sie stattdessen einen Zeitsprung: 5 Jahre später, Sie haben Ihre Idee nicht umzusetzen gewagt, nichts hat sich verändert. Wie fühlt sich dieser Gedanke an? Wenn Sie sich dabei völlig wohl fühlen, dann ändern Sie nichts. Wenn Sie allerdings ein wehmütiges Ziehen verspüren und sich vielleicht dabei denken „Die Chance hab ich endgültig verpasst“, dann stürzen Sie sich in das Abenteuer. Natürlich ist es sicherer, alles beim Alten zu belassen. Allerdings kommen Sie dann auch nie vom Fleck!

Und für alle anderen Kreativen Chaoten, die schön öfter für Ideen gebrannt haben, aus denen dann doch nichts geworden ist: Fragen Sie doch Ihre Nörgler einmal, wann sie das letzte Mal etwas Unsicheres gewagt und sich aus ihrer Komfort-Zone herausbegeben haben.

Scheuen Sie sich nicht davor, Ihre Fehler und Irrtümer zuzugeben. Sondern machen Sie es wie die Eiscreme-Firma Ben & Jerry’s aus den USA und setzen Sie Ihren gescheiterten Ideen ein Denkmal – wenn auch nicht unbedingt in Form eines Friedhofes :).

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3 Kommentare auf "Gönnen Sie sich Misserfolge"

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Ich kann mich ganz gut von Idee verabschieden, die aus ganz unterschiedlichen Gründen aktuell nicht umsetzbar sind. Doch auf die Idee dieses Loslassen und diesen vermeintlichen Verlust zu feiern, bin ich noch nicht gekommen – das werde ich bald mal ausprobieren.

Ich auch! Schließlich bin ich im vergangenem Jahr erfolgreich mit etwas gescheitert was bei meiner Freundin super lief und läuft. Zwar war mir danach klar, wofür ich ausnahmsweise 😉 KEIN Talent habe, nur zum Feiern war mir nicht gerade, obwohl ich mich zugegebenerweise DANACH sehr erlöst gefühlt habe. Schließlich hat ja etwas NICHT GEKLAPPT! Werde die Erlösung noch nachträglich feiern!

so hab ich´s noch gar nicht gesehen. Aber es stimmt wirklich. Und wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Und aus meinem Schneckenhaus sollte ich wirklich mal rauskommen. Aber ich mach mic immer selber klein.