Der Frühling kann sich zwar noch nicht so ganz entscheiden, vielleicht geht es Ihnen aber trotzdem wie mir und Sie brauchen Platz für Neues. Jetzt, wo die Sonne endlich wieder hervorspitzt, könnte es doch auch zu Hause wieder ein bisschen übersichtlicher werden. Schließlich schafft freier Platz auch Raum für frische Gedanken. Also raus mit dem verstaubten alten Zeug, das Sie sowieso schon seit 3 Jahren von einem Ort zum andern schieben („Werf ich’s jetzt weg, oder behalt ich’s doch noch???“).
Stau im Haus entsteht häufig, weil Neues reinkommt, aber Altes nicht schnell genug abfließt. Entwickeln Sie ein Gefühl, wo in Ihrem Haushalt solch neuralgische Punkte sind und schaffen Sie sofort Abhilfe. Und zwar nicht, in dem Sie neue Aufbewahrungsorte suchen, sondern indem Sie die vorhandenen frei machen für schöne, neue Dinge. Machen Sie das regelmäßig in Baby-Schritten, warten Sie nicht, bis wieder eine „Gewaltaktion“ nötig ist. Mit folgenden Methoden ist das kinderleicht und kostet keine Zeit.
- Der Dreizack: Jedes Mal, wenn Sie in einem Schrank, einer Schublade, einer Tasche, einem Ordner etc. etwas suchen, lassen Sie den Dreizack zustechen. Nehmen Sie drei Gegenstände oder Papiere heraus, die Sie nicht mehr brauchen. Werfen Sie sie weg und freuen Sie sich, um wie viel leichter Ihr Haus und Ihre Seele werden.
- Das Hotel: Lassen Sie jedes Mal, wenn ein neuer Gegenstand bei Ihnen einzieht, einen älteren ausziehen. Betrachten Sie Ihre Kleidung oder Wohnungsausstattung nicht als Ewigkeitswerk, sondern als nette Wegbegleiter, die wieder in die große weite Welt hinauswollen. Wenn Sie neue Kleidung kaufen, geben Sie die entsprechende Anzahl an älteren Stücken in die Altkleidersammlung.
- Das Duett: Legen Sie am Abend, bevor Sie ins Bett gehen, ein oder zwei Einheiten heraus, oder notieren Sie sie in Ihrer To-do-Liste. Wenn Sie am kommenden Tag Routine-Dinge erledigen, bei denen Sie sich nicht besonders konzentrieren müssen und beide Hände freihaben, dann lassen Sie die ausgewählten Einheiten im Duett mit der Routine-Tätigkeit auftreten. Beispiel: Schuhputz-Zeug aussortieren und mit Freundin plauschen; Kühlschrankfach ausmisten während das Nudelwasser kocht; Ordner entschlacken während Sie in der Warteschleife am Telefon sind.
- Der Abschieds-Gruß: Schreiben Sie auf Kisten oder Ordner ein Datum, ab dem der Inhalt keinen Nutzen mehr bringt. Als Privatperson müssen Sie beispielsweise Konto-Auszüge aufheben, bis der Steuerbescheid für das entsprechende Jahr erteilt ist. Schreiben Sie auf den Ordnerrücken, in dem die entsprechenden Papiere sind: „Weg am 31.12.2013“. Sortieren Sie auch Kassenzettel und Garantie-Urkunden nach „Wegwerf-Jahren“. Dann können Sie zum entsprechenden Datum einen lauten Abschieds-Gruss loslassen und mit einem Handgriff unnötigen Ballast wegwerfen.
- Das Sack-Hüpfen: Machen Sie die folgende Sporteinlage so schnell wie möglich. Fünf Minuten je Einheit müssten reichen. Nehmen Sie einen Müllsack und gehen Sie durch Ihr Haus. Werfen Sie 29 Teile in den Müllsack, schließen Sie ihn und werfen ihn weg. Hören Sie nicht auf, bevor Sie 29 Gegenstände haben. Nehmen Sie dann einen neuen Sack (oder einen Karton) und sammeln Sie in Ihrem Haus 29 Gegenstände, die Sie weggeben können. Wenn Sie fertig sind, bringen Sie die Kiste ins Auto und geben Sie bei der nächsten Fahrt die Dinge dort ab, wo sie hin sollen (Altkleidersammlung, Wertstoffhof, Freunde). Immer wenn Sie das Sackhüpfen machen werden Sie sich erleichtert fühlen und nach und nach Ihr Haus auch leerer bekommen.
Häufig nutzen wir unsere Dinge nach dem Pareto-Prinzip. In 80 Prozent Ihrer Zeit tragen Sie zum Beispiel 20 Prozent der Klamotten. Sie kochen die meisten Gerichte mit nur 20 Prozent Ihrer Küchengeräte. Die restlichen 80 Prozent des Besitzes werden lediglich aufbewahrt, hin- und wieder gereinigt und kosten Sie Zeit, in den überquellenden Schränken etwas zu finden. Finden Sie die 20 Prozent Ihrer Sachen heraus, die Sie hauptsächlich nutzen, und geben Sie den Rest weg.
Und zum Schluss noch ein kleiner Turbo-Tipp: Machen Sie nur Tätigkeiten parallel, von denen eine ohne Nachdenken von der Hand geht. Sonst riskieren Sie, dass Sie unkonzentriert sind und sich zwischen zwei Aufgaben zerreiben. Das führt zu Stress und bewirkt keineswegs, dass die Sachen schneller erledigt sind.
Haben Sie selbst Turbo-Tipps fürs Aussortieren? Ich freue mich auf Ihre Ideen.



Liebe Frau Nussbaum,
an dieser Stelle muss ich einfach auf meinen Blog “Platz zum Leben” verweisen, der über meine Seite http://www.duraum.de erreichbar ist. Dort blogge ich Tipps zum Aufräumen, Weggeben, doch Aufbewahren usw. Witzigerweise habe ich das “Hotel” dort gerade unter dem Motto “Erster sein” beschrieben, das ist m.E. ein wirklich gutes Prinzip.
Nach meiner Erfahrung gibt es nicht so viele Patentrezepte. Für bereits Entschlossene, die nur noch den Modus finden müssen, wie sie wegwerfen, sind die von Ihnen genannten Tipps prima. Im echten Leben ist aber gerade das Entscheiden für die Dinge, die “weg” sollen (und wohin damit), nicht so einfach.
Über lebhafte Diskussionen zu diesem Thema freue ich mich sehr. Aufräumen im Büro ist übrigens etwas ganz Anderes als Zuhause, wo wir nicht ausschließlich nach pragmatischen Gesichtspunkten vorgehen. Deshalb halte ich z.B. das Pareto-Prinzip zuhause nur für bedingt anwendbar.
Für heute herzliche Grüße
Ellen Löchner
Hallo!
Danke für die tollen Tipps, die ich recht hilfreich finde!
Was ich festgestellt habe: Wenn man es sich lange im Voraus vornimmt, auszumisten, dann wird`s nie was. Was super klappt: Wenn man nur sehr wenig Zeit hat – und obendrein vielleicht auch ein wenig genervt ist, dann flutscht`s super. Man sollte natürlich aufpassen, dass man nichts im Wahn wegschmeißt, was man doch besser behalten hätte.
Die Taktik, im Grunde permanent dran zu bleiben, ist auf jeden Fall sinnvoll. Ich liebe das Gefühl, wenn man sich von unnötigem Ballast befreit hat!
Viele Grüße,
Anette